Jahrestagung und Generalversammlung Innsbruck 20.-21. November 2026
Die Jahrestagung und Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik findet vom 20.-21. November 2026 in Innsbruck statt.
Die Jahrestagung und Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik findet vom 20.-21. November 2026 in Innsbruck statt.
(von Ursula Doleschal)
Am Anfang des neuen Jahres möchte ich einen Blick zurück auf das slawistische Großereignis von 2025 werfen – den XVII. Internationalen Slawist*innenkongress. https://mks-paris.sciencesconf.org/
Der XVII. –- außerordentliche – Slawist*innenkongress fand von 25.-30.8.2025 an der Sorbonne in Paris, wie vom Internationalen Slawistenkomitee 2018 in Belgrad beschlossen, statt und damit erstmals in einem Land ohne slawische Staatssprache oder Titularnation. Die Organisation des Kongresses war zwar von den aktuellen politischen Ereignissen, dem Krieg in der Ukraine und im Gazastreifen, überschattet – so konnten Slawist*innen aus Russland und Weißrussland auf Grund der Sanktionen der EU nicht als Vertreter*innen ihrer Länder teilnehmen. Ebenso entsandten die Slawist*innenkomitees der Ukraine und der Türkei aus unterschiedlichen Gründen keine offizielle Delegation. Somit war die Slawistik dieser Länder in einem viel geringeren Ausmaß vertreten, als dies auf Grund der bestehenden Länderquoten die Regel ist. Dennoch nahmen über 850 Slawist*innen aus 43 Ländern teil.
Von österreichischer Seite waren 27 Präsentationen angemeldet. Die österreichische Slawistik wurde in Paris von 24 Personen mit 9 Sektionsvorträgen und 13 Beiträgen in thematischen Blöcken, Round tables und Kommissionssitzungen sowie 4 Posterpräsentationen in Präsenz vertreten. 2 Vorträge wurden in Kooperation mit Slawist*innen aus Kroatien und Finnland durchgeführt. Besonders erfreulich war die Teilnahme von 7 Nachwuchswissenschaftler*innen mit oder ohne Doktorat. Zudem wurden zwei thematische Blöcke von österreichischen Slawist*innen organisiert.
Eine Auswahl der Beiträge wird 2026 im Wiener slawistischen Almanach publiziert. Die Abstracts sind auf der Kongresshomepage veröffentlicht: https://mks-paris.sciencesconf.org/resource/page?forward-action=page&forward-controller=resource&id=20&lang=en.
Der nächste Internationale Slawist*innenkongress findet zum 100-jährigen Jubiläum 2029 in Prag mit maximal 600 Teilnehmer*innen statt.
Mein besonderer Dank gilt den Kolleg*innen im österreichischen Slawist*innenkomitee (Heinrich Pfandl und Tatjana Petzer (Graz), Jürgen Fuchsbauer und Gernot Howanitz (Innsbruck), Peter Svetina (Klagenfurt), Peter Deutschmann und Imke Mendoza (Salzburg), Miranda Jakiša und Emmerich Kelih (Wien)) für die gemeinsame Vorbereitungsarbeit!
Sektionsvorträge
Thematische Blöcke
Vorträge bei Thematischen Blöcken
Beitrag bei Round table
Vorträge bei Kommissionssitzungen
Posterpräsentationen
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Am Internationalen Slawistik-Kongress in Paris präsentierte Karolina Wieserová ein Poster mit Teilergebnissen ihres Dissertationsprojektes. Im Fokus stand die Rolle der Polysemie bei Belebtheitsalternationen im Akkusativ Singular maskuliner Substantive im Tschechischen. Anhand des Substantivs jezdec wurde gezeigt, wie unterschiedliche Bedeutungen unterschiedliche Akkusativformen auslösen. Der Slovník spisovného jazyka českého (2011) verzeichnet bis zu sechs Bedeutungen; besonders produktiv sind die Bedeutungen Reiter/Fahrer, Springer (im Schach) und Schieberegler. Während die primäre Bedeutung sowie die Schachfigur konsequent die Flexionsendung -a im Akkusativ verwenden, schwankt der Akkusativ in der Bedeutung „Schieberegler“ zwischen belebter und unbelebter Flexion, mit klarer Tendenz zur unbelebten Form (Nullmorphem). Das Belebtheitsmerkmal bleibt somit bei der semantischen Ableitung zur Schachfigur erhalten, geht jedoch bei der Ableitung zum technischen Objekt verloren.
Tatsiana Nazaranka hielt einen Vortrag mit dem Titel Belarusian: Mind the Gap Between Taraškeviča and Narkamaŭka. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Standardisierung des Belarussischen sowie das Nebeneinander zweier Kodifikationen: Taraškevica, benannt nach Branislaŭ Taraškevič, und Narkamaŭka, die ihren Namen vom Narodny Kamisariat, dem leitenden Organ der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik, ableitet. Der Beitrag argumentiert, dass zwei gegensätzliche Richtungen im Standardisierungsprozess des modernen Belarussischen – eine Standardisierung von unten und eine Standardisierung von oben – eine anhaltende Spannung zwischen Narkamaŭka und Taraškevica hervorgebracht haben. Diese Spannung zeigt sich unter anderem in zeitgenössischen digitalen Diskursen, etwa in Instagram-Posts. Das Extended Abstract des Vortrags wird 2026 im Wiener Slawistischer Almanach veröffentlicht.
Bildergalerie Paris 2025
















2025 feierte das Institut für Slawistik in Klagenfurt/Celovec sein 50-jähriges Bestehen. Eingeladen zur Jubiläumsfeier waren auch die ÖGSl und ihre Mitglieder. Nach einem Festvortrag, einer Leseperformance und musikalischem Programm lud das Institut für Slawistik zum Festbuffet mit Tombola.
Die ÖGSl dankt den Klagenfurter Veranstalter:innen herzlich. Die gelebte Mehrsprachigkeit, das klare Engagement für slawistische Themen in der Gesellschaft – insbesondere Kärnten/Koroškas – und die Vielfalt des Instituts, seiner Mitarbeitenden und Studierenden hat uns sehr beeindruckt.
Mehr Informationen zur Feier finden Sie auf den Seiten des Klagenfurter Instituts für Slawistik: https://www.aau.at/blog/50-jahre-slawistik-an-der-universitaet-klagenfurt/
Im Rahmen der ÖGSl-Jahrestagung, die heuer an der Klagenfurter Slawistik stattfand, wurden am 14. November die Ingeborg-Ohnheiser-Preise der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik für die besten slawistischen Abschlussarbeiten 2025 vergeben. Geleitet von der Jury-Vorsitzenden Univ.-Prof. Dr. Eva Hausbacher wurden die Preise 2025 in der Kategorie Dissertation Sprachwissenschaft an Dr. Stefan Milosavljević, in der Kategorie Dissertation Literatur- und Kulturwissenschaft an Dr. Adrian Pelc, in der Kategorie Masterarbeit Sprachwissenschaft an Viktoria Reiter sowie in der Kategorie Masterarbeit Literatur- und Kulturwissenschaft an Gabriel Steinbauer verliehen.
Die Laudationes hielten Priv.-Doz. Dr. Dagmar Gramshammer-Hohl, Prof. Dr. Luka Szucsich, Univ.-Prof. Dr. Peter Svetina und Univ.-Prof. Dr. Ulrich Theißen-Pibernik.
Die ÖGSl freut sich über die vier hervorragenden Forschungsbeiträge zur österreichischen Slawistik und gratuliert den Preisträger:innen sehr herzlich!
Ingeborg-Ohnheiser-Preise 2025 im Überblick:
in der Kategorie Dissertation Sprachwissenschaft: Stefan Milosavljević „Specification of event duration and aspectual composition in Slavic“ (Graz, betreut von Boban Arsenijević)
in der Kategorie Dissertation Literatur-/Kulturwissenschaft: Adrian Pelc „Aspects of the Archaic in Yugoslav Cinema of the 1960s“ (Wien, betreut von Miranda Jakiša)
in der Kategorie Masterarbeit Sprachwissenschaft: Viktoria Reiter „Deadjektivische Verbalableitungen im Urslawischen“ (Wien, betreut von Georg Holzer)
in der Kategorie Masterarbeit Literatur-/Kulturwissenschaft: Gabriel Steinbauer „Romanse geograficzne aus dem dunklen Osten. Genrehybridität in Ferdynand Antoni Ossendowskis Przez kraj ludzi, zwierząt i bogów, W ludzkiej i leśnej kniei und Od szczytu do otchłani“ (Salzburg, betreut von Peter Deutschmann)
Richtlinien IOP: https://slawistik.at/richtlinien/





Fotos: Tatjana Vučajnk, Angelina Kucherova
Die Generalversammlung und Jahrestagung 2025 findet in Klagenfurt vom 14.-15. November statt. Das Klagenfurter Institut für Slawistik feiert seit 50-jähriges Bestehen und veranstaltet am Abend des 14.11. einen Festakt anläßlich dieses erfreulichen Jahrestages. Programm und Informationen Klagenfurt
(Update vom 14.10.2025)
Interessierte Nachwuchswissenschaftler:innen sind herzlich aufgefordert, Vorschläge für Kurzvorträge einzureichen. Alle Informationen finden Sie im: Call for Papers Klagenfurt 2025. (Stand Juli 2025)
Das Programm des Internationalen Slawistik Kongresses 2025 in Paris ist online.
Laufende Updates finden sich auf der Pariser Kongressseite:
https://mks-paris.sciencesconf.org/
Schreiben der Österreichischen Gesellschaft für Slawistik an das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst vom Jänner 2025
Update: Der Slawistik-Kongress in Paris 2025 findet vom 25.-30. August 2025 statt. Informationen zu den Extended Abstracts und Roundtables sowie zum Einsenden von Büchern für die Buchausstellung finden Sie unter „Internationales Slawistik-Komitee„
Eva Hausbacher und Studierende / Absolvent:innen der Slawistik in Salzburg im Gespräch mit DIE PRESSE
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