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Petition zur Sicherung des Slowenistikstudiums & des Instituts für Slawistik an der Universität Klagenfurt

Für die Sicherung des Slowenistikstudiums & des Instituts für Slawistik an der Universität Klagenfurt

Za trajni obstoj študija slovenistike in inštituta za slavistiko na Univerzi v Celovcu,

 

die vergangenen Freitag von den Abgeordneten Dipl.-Ing. Olga Voglauer und Mag. Eva Blimlinger (65/PET) überreicht und dem Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen zugewiesen wurde. Die Initiatior*innen und Träger*innen der Petition sind: der „Klub slovenskih študentk in študentov na Koroškem – Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Kärnten, der „Klub slovenskih študentk in študentov na Dunaju – Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien“ und der „Klub slovenskih študentk in študentov v Gradcu – Klub slowenischer Studentinnen und Studenten Graz“.

Seit Freitag Abend ist es möglich, die Petition über die Parlamentswebseite in Form einer Zustimmungserklärung zu unterstützen und zwar unter folgendem Link:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/PET/PET_00065/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerungen

CfP: 18. Tagung des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft

24.–26.02.2022, Institut für Slawistik, Universität Graz

Das JFSL ist eine seit 1996 bestehende Austauschplattform für junge Slavist*innen, die auf den Gebieten von Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Komparatistik forschen. Es bietet in einem regelmäßigen Turnus die Gelegenheit, Promotions- oder Habilitationsprojekte vorzustellen, diese mit den Teilnehmer*innen zu diskutieren und sich innerhalb der deutschsprachigen Slawistik mit anderen Doktorand*innen und PostDocs zu vernetzen.
Die nächste Tagung findet 24.–26.02.2022 in Graz am Institut für Slawistik der Karl-Franzens-Universität Graz statt.
Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2021.

Call for Papers (PDF)

Call for Papers (PDF, English)

Internationale Konferenz: Slawistik aktuell, 10.–12. Juni 2021, Graz

Slowenischer slawistischer Kongress am 1./2. sowie 8./9. Oktober 2020

Der für Juni geplant gewesene und aufgrund der Coronapandemie abgesagte Slowenische slawistische Kongress (Thema: Slovenski jezik in književnost v srednjeevropskem prostoru) wird nun am 1., 2., 8. und 9. Oktober 2020 jeweils von 15 bis 19 Uhr via Zoom stattfinden.

Rudolf Neuhäuser – in memoriam

em. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Neuhäuser, MA, im 88. Lebensjahr verstorben

Geboren 1933 in Wien und dort aufgewachsen, studierte Rudolf Neuhäuser an der Universität Wien Anglistik und Osteuropäische Geschichte mit Schwerpunkt russische Geschichte (Doktorat) und der Universität Toronto Russische Literatur und Sprache (Master), lehrte und forschte anschließend von 1961 bis 1975 an Universitäten in den USA und Kanada und erreichte an der University of Western Ontario in London/Ontario die Position eines Full Professor. Im Jahr 1975 wurde er zum ordentlichen Univ.-Prof. für Slawische Literaturwissenschaft an das neu gegründete Klagenfurter Institut für Slawistik berufen und wirkte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 an unserer Universität. Als erster Lehrstuhlinhaber für Slawistik an der Universität Klagenfurt hat er maßgeblich die Einrichtung der slawistischen Studien in den Fächern Russistik, Slowenistik und Serbokroatistik sowie die Zusammenarbeit mit der Partneruniversität Ljubljana geprägt.

Internationales: Noch vor seiner Rückkehr nach Österreich hatte Rudolf Neuhäuser in den Jahren 1969/1970 den Posten eines Kulturattachés an der Österreichischen Botschaft in Zagreb inne und war Organisator des ersten gemeinsamen österreichisch-kroatischen Slawistentreffens der Nachkriegszeit. Als Initiator und Gründungsmitglied (1971) der Internationalen Dostojevskij-Gesellschaft war er von 1989 bis 1995 deren Präsident und Herausgeber der „Dostojevskij Studies“. Von den 1980er Jahren bis 1996 war er Vorsitzender des Österreichischen Slawistenverbandes und österreichischer Vertreter im Internationalen Slawistenkomitee. Als Gastprofessor war er an den Universitäten in Edmonton, Ljubljana, Köln und Salzburg tätig.

Hochschulpolitik: Prof. Neuhäuser engagierte sich in den Gremien der universitären Selbstverwaltung an der Universität Klagenfurt und in österreichweiten Vertretungsorganen und wirkte aktiv an bildungspolitischen Belangen mit.

Ehrungen: Im Jahr 1995 wurde Rudolf Neuhäuser als Korrespondierendes Mitglied in die Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen. Zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2008 wurde ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen.

Seine zentralen Arbeitsgebiete waren die russische und slowenische Literatur vom 18. Jh. bis zur Gegenwart, wobei die komparatistische Perspektive und die Berücksichtigung gesellschaftspolitischer und geistesgeschichtlicher Aspekte einen besonderen Schwerpunkt bilden. Neuhäusers Werke umfassen über 200 Veröffentlichungen, die neben Aufsätzen in Sammelbänden und Fachzeitschriften mehrere Bücher einschließen.

Rudolf Neuhäuser ist am 10. September 2020 in Villach verstorben. Das Begräbnis findet, seinem Wunsch entsprechend, im Familiengrab seiner Gattin Christa in Neuss in Deutschland statt. Zu gegebener Zeit wird einige Wochen danach eine Heilige Messe in Villach gehalten.

Die Angehörigen des Instituts für Slawistik sind Frau Christa Neuhäuser, der Familie und dem Freundeskreis von Rudolf Neuhäuser in Trauer und kollegialem Gedenken verbunden.

Ursula Doleschal, Tilmann Reuther

 

Der persönlich und wissenschaftliche Werdegang von Rudolf Neuhäuser ist in englischer Sprache auf einer Seite der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste mit Stand 2010 bestens dargestellt (s. https://www.sazu.si/en/members/rudolf-neuhauser). Zu ergänzen sind zwei Sammelbände jüngeren Datums:

Dein Dichter hat den Slowenen Kränze neu gewunden. 12 Essays über Francè Prešéren und die slowenische Dichtung von der Romantik zur Moderne. Klagenfurt: Hermagoras Verlag, 2012.

Russische Literatur 1780-2011. Literarische Richtungen – Schriftsteller – kulturpolitisches Umfeld. 12 Essays. Wien-Köln: Böhlau Verlag, 2013.

 

Foto © Mohorjeva – Hermagoras Verlag

Georg Mayer – in memoriam

Am 4. September ist Prof. Georg Mayer im 90. Lebensjahr verstorben, der mehr als 20 Jahre die Literaturwissenschaft am Salzburger Institut für Slawistik prägte. Mit ihm ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit von uns gegangen, ein Mann, der als Wissenschaftler, als Intellektueller und als Mensch beindrucken konnte. Als Georg Mayer als junger Akademischer Rat am Beginn der 1970er Jahre von der Universität Bochum an die Universität Salzburg berufen wurde, brachen im wahrsten Sinn des Wortes neue Zeiten für die Salzburger Slawistik an. Bislang war dieses erst wenige Jahre alte Institut traditionell orientiert gewesen – historische Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte. Georg Mayer brachte die Literaturwissenschaft als eine moderne, synchrone und methodologisch reflektierte Disziplin mit – und die Studierenden, aber auch manche Kollegen staunten. Er war einer der ersten Slawisten in Österreich, der solches tat – kaum an einem anderen Institut wurde um diese Zeit die moderne slawistische Literaturwissenschaft und zugleich mit ihr die moderne russische Literatur gelehrt. Georg Mayer war wohl auch einer der ersten, der sich mit der neuesten russischen Literatur beschäftigte und dazu auf die Zeitschriften zurückgriff, nicht erst wartete, bis dass ein Text in Buchform erschienen war. In späteren Jahren sollte er zum Herausgeber eines Almanachs werden, der nonkonformistische Texte, die in der Sowjetunion nicht erscheinen konnten, einer internationalen Leserschaft zugänglich machte.

Literaturwissenschaft ist Buchwissenschaft, und Bücher findet man in Bibliotheken. Georg Mayer ist es zu verdanken, dass die Bibliothek des Salzburger Instituts eine der am besten ausgestatteten Fachbibliotheken nicht nur in Österreich ist, und das, obwohl sie relativ jung ist. Prof. Mayer hatte bei seiner Berufung große Mittel für Bücher rekrutieren können, und nun wurde systematisch angekauft und ausgebaut, auch dank den Angeboten des Münchener Fachbuchhändlers Otto Sagner (auch er weilt schon einige Jahre nicht mehr unter uns), den Georg Mayer aus seiner Zeit als Assistent bei Prof. Holthusen in München gut kannte.

Auch mit seiner Habilitation Zur Morphologie der Vita beschritt Georg Mayer neue Bahnen, indem er Vladimir Propps Methode der Untersuchung des Zaubermärchens auf Bereiche ost- und südslawischer Mönchsviten übertrug und so strukturalistische Textanalyse mit Gattungsgeschichte verband. Auch als Übersetzer moderner literaturwissenschaftlicher Positionen machte er sich einen Namen, als er Boris Uspenskijs Poetik der Komposition ins Deutsche übertrug.

Das Interesse für neue Ansätze in der Literatur- und Kunstwissenschaft führte Georg Mayer zu neuen theoretischen und methodologischen Disziplinen, er blieb nicht im Strukturalismus stecken (um es vereinfachend auszudrücken), schon ab den 1980er Jahren war es die Semiotik, der sein Interesse galt, die er seinen Studierenden vermittelte und deren Potential er zusammen mit anderen Kollegen in der Salzburger Gesellschaft für Semiotik auslotete. Die Semiotik half auch die Brücke zu einer anderen Disziplin zu schlagen, die ab den 1990er Jahren am Salzburger Institut für Slawistik gepflegt wurde: der Filmphilologie, verstanden als Untersuchung der Beziehungen zwischen Literatur und Film, vor allem anhand von Literaturverfilmungen. Nun wurde eine große Videothek aufgebaut, um das nötige Material für einschlägige Untersuchungen zur Hand zu haben, was damals, als es noch keine digitalisierten Filme im Internet gab, einen beträchtlichen Aufwand darstellte.

Aber auch andere Schwerpunkte sollen erwähnt werden, denen der Verstorbene sein besonderes Augenmerk schenkte – Frauenliteratur, Texte von russischen Autorinnen vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die von der traditionellen Literaturgeschichte übersehen wurden und in den etablierten Kanon nicht eingegangen waren. Auch dazu gab es am Institut für Slawistik eigene Forschungsprojekte, die unter der Leitung von Georg Mayer standen.

Spätestens an diesem Punkt muss gesagt werden, dass Georg Mayer es verstand, seine Studierenden, Dissertanten und Assistenten von seinen Ideen zu begeistern und in seine Arbeit einzubinden, ja ihnen auch wichtige Bereiche von Forschungen zu übertragen. Immer wieder erwies er sich als Mentor, der nicht nur Nachwuchskräfte am eigenen Institut, sondern auch außerhalb des Instituts förderte, deren Dissertationen betreute, deren Habilitationen unterstützte und manch einem/einer auch zu einer Stelle verhalf. Das ist auf keine großen Fahnen geschrieben, aber spätestens jetzt soll es gesagt sein, verbunden mit einem großen Wort des Danks aller deren, denen diese Unterstützung zu Teil wurde.

Noch ein Wort, das nicht dem Wissenschaftler, sondern dem Menschen Georg Mayer gilt: er war kein trockener Gelehrter, der nur seine Disziplin kannte. Er interessierte sich lebhaft für Theater und Film, er war ein überaus musischer Mensch und fand immer auch Zeit, selbst Musik zu machen. Er wusste Feste zu feiern, wenn die Zeit dafür gekommen war, und das geschah häufig im Umkreis des Instituts für Slawistik.

Seinen Schülern und Freunden, und allen, die ihn persönlich kannten, wird Georg Mayer immer in Erinnerung bleiben, und das Institut für Slawistik wird sein Andenken in Ehren halten.

Generalversammlung 2020 – Vorankündigung

Die Generalversammlung der ÖGSl wird in diesem Jahr erstmals online stattfinden. Der dafür vorgesehene Termin ist der Freitag, 20. November 2020, 17 Uhr. Die offizielle Einladung und die Erläuterungen zur technischen Grundlage der Versammlung werden beizeiten bekannt gegeben.

Die Jahrestagung der ÖGSl, die üblicherweise gemeinsam mit der Generalversammlung ausgerichtet wird, findet dagegen erst im kommenden Jahr 2021 in Wien statt.

 

Bericht: 3. DoktorandInnentreffen Slawistik: 03.05-04.05.2019

Bericht: 3. DoktorandInnentreffen Slawistik: 03.05-04.05.2019

Das dritte DoktorandInnentreffen der SlawistInnen, dem bereits ein Treffen an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie ein Treffen an der Karl-Franzens-Universität Graz vorausgegangen waren, fand von 03. bis 04. Mai 2019 an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (AAU) statt. Ziel dieser inzwischen jährlichen stattfindenden eineinhalbtägigen Veranstaltung war der Peer-to-Peer-Austausch, in dem die einzelnen Dissertationsprojekte in einem offenen, informellen und wertschätzend-kollegialen Rahmen diskutiert werden konnten. Neben der Vorstellung der einzelnen slawistischen Dissertationsprojekte der DoktorandInnen der Universitäten Wien, Salzburg und Klagenfurt fand am Ende des ersten Tages ein Vortrag über Wissenschaftstheorie von O.Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Neck (Institut für Volkswirtschaftslehre der AAU) statt, in welchem der Vortragende die historische Entwicklungsgeschichte von Wissenschaft und die Bedeutung dieses Begriffs skizzierte.

Am zweiten Tag wurde unter der Leitung der Schreibberaterin Mag.a Christina Hollosi-Boiger ein Workshop zum Thema „Kreative Techniken für das Schreiben“ abgehalten, in welchem die DoktorandInnen Anleitungen Tipps erhielten, um Schreibblockaden zu überwinden und selbst aufgefordert wurden, kreative Schreibtechniken auszuprobieren.

Die TeilnehmerInnen des österreichischen DoktorandInnentreffens der Slawistik 2019 waren Natmessnig Sabrina, Agnes Kim, Philipp Kaysers, Bob Muilwijk, Jasmin Degenhart, Mariya Donska, Urška Gračner, Magdalena Kaltseis sowie der kasachische Austauschstudent Sanat Seidekhanov.

Das vierte slawistische DoktorandInnen-Treffen findet 2020 an der Universität Salzburg statt, um die Vernetzung von DissertantInnen der Slawistik innerhalb Österreichs aufrechtzuerhalten. Wir freuen uns auf zahlreiche Antworten auf den Call for Papers, der voraussichtlich im Frühjahr 2020 ausgeschickt wird.

 

(Text: Magdalena Kaltseis)

 

 

Fotos Jahrestagung 2019

 

Fotos: Kaltseis/Muilwijk

Ingeborg-Ohnheiser-Preis 2019

Im Rahmen der Jahrestagung der ÖGSl wurden am 22.November 2019 erstmals die Ingeborg-Ohnheiser-Preise für Qualifikationsarbeiten im Fach Slawistik vergeben. Aus einer Vorauswahl von 17 Arbeiten ermittelte die von Ao.-Prof. i. R. Mag. Dr. Tilmann Reuther geleitete Jury diese drei Preisträgerinnen:

Mariya Donska (Diplomarbeit Literaturwissenschaft): Boris Chersonskijs Semejnyj Archiv: Fiktion und Glaubwürdigkeit. Betreuerin: Univ.-Prof. Dr. Renate Hansen-Kokoruš (Graz)

Anna Dreher (Diplomarbeit Sprachwissenschaft und Didaktik): Der Sprachwandel des Russischen nach 1991 im Spiegel der Lehrbücher für den fremdsprachlichen Unterricht. Eine Analyse anhand von Lehrbüchern für Russisch als Fremdsprache. Betreuer: Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Stadler (Innsbruck)

Ingeborg Jandl (Dissertation Literaturwissenschaft): Textimmanente Wahrnehmung bei Gajto Gazdanov. Sinne und Emotion als motivische und strukturelle Schnittstelle zwischen Subjekt und Weltbild. Betreuerin: Univ.-Prof. Dr. Renate Hansen-Kokoruš (Graz)

Zum Protokoll der Jury
https://www.aau.at/blog/ingeborg-ohnheiser-preis/

 

Foto: ÖGSl

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